Ein Überblick

Der Weg durch die Akuttherapie

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Der Weg durch die Akuttherapie

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Untersuchungen

Der erste Verdacht entsteht oft durch das Ertasten eines Knotens in der Brust oder dem Bemerken von optischen Veränderungen –  oder auch als Befund bei Vorsorgeuntersuchungen wie Brustultraschall oder Mammographie (beides bildgebende Verfahren).

Dieser erste Verdacht wird dann durch weitere Untersuchungen abgeklärt. Das heißt, es werden weitere Untersuchungen veranlasst, durch die festgestellt werden kann, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handelt.

Die Biopsie

Meist startet der Untersuchungsmarathon mit einer Biopsie.
Die Biopsie ist eine Gewebeentnahme aus der Brust. Mit einer Hohlnadel wird unter Ultraschall mit örtlicher Betäubung in den verdächtigen Bereich der Brust geschossen. Ärzte nennen es oft Stanzbiopsie.

Das hört sich schlimmer an, als es ist. Es geht blitzschnell und der Schmerz ist minimal, also gut mit Ohrlöcherstechen zu vergleichen.
Das entnommene Gewebe wird von einem Pathologen untersucht. Es dauert bis zu einer Woche, ehe das Ergebnis vorliegt. Viele Patienten beschreiben diese Zeit des Wartens und der Ungewissheit, als eine der größten Herausforderungen während der ganzen Therapie.

Das Ergebnis aus der Biopsie gibt Aufschluss über die Beschaffenheit des Tumores und ist Grundlage für die weitere Therapie, die jetzt auch sehr bald losgehen wird. Doch zuvor stehen noch einige weitere Untersuchungen an.

Das Knochenszintigramm

Mit dieser Untersuchung überprüft der Radiologe, ob in den Knochen Veränderungen zu erkennen sind. Sie gibt Aufschluss, ob der Tumor in der Brust jetzt, zum Zeitpunkt der Diagnose, erkennbare Ablagerungen in den Knochen gebildet hat.

Zunächst wird eine radioaktive Substanz gespritzt. Diese verteilt sich über ca 3 Stunden im Körper. Erst dann erfolgt die eigentliche Untersuchung. Eine Art Röntgenuntersuchung von ca 20 -30 Minuten.

Das CT Abdomen

Das CT Abdomen (Computerthomographie)  ist eine sehr ähnliche Untersuchung. Hierbei wird ein Kontrastmittel gespritzt und in einer Röntgenröhre Schichtaufnahmen der Organe im Bauchraum gemacht. Die Untersuchung dauert ca 20 Minuten und ist völlig schmerzfrei.
Beide Untersuchungen werden gemacht, um zu sehen, ob der Krebs lokal auf die Brust begrenzt ist, oder ob er bereits „gestreut“ hat, er also sichtbare Absiedlungen im Körper, sogenannte Metastasen gebildet hat.

Nur 8% der Frauen haben bereits bei der Erstdiagnose Metastasen.

Ein rieser Meilenstein ist geschafft, wenn diese beiden Untersuchungen, das Knochenszintigramm und das CT Abdomen ohne Befund bleiben, also negativ sind.

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Therapien

Der Weg durch die Akuttherapie  Brustkrebs hat viele Facetten und ebensoviel Therapien.

Die 4 Grundsäulen der Therapie sind

  • Operation 
  • Chemotherapie
  • Strahlentherapie
  • und Anschlusstherapien, wie zum Beispiel Antihormontabletten, Antikörperinfusionen, Bisphosphonate.

Die Entscheidung über den Therapieablauf trifft nie ein Arzt alleine, sondern es wird im großen Team mit Ärzten aus verschiedlichen Fachrichtungen, in der sogenannten Tumorkonferenz besprochen.

Manche Frauen können, auf Grund der Beschaffenheit des Tumores, Abkürzungen nehmen und die ein oder andere Behandlung ist nicht nötig. Meist durchläuft man aber alle Stadien. Die Reihenfolge variiert.

Manchmal wird erst operiert, manchmal wird erst mit der Chemotherapie begonnen und dann operiert, auch das ist von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig.

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Die Operation

Die Operation ist ein wichtiger Teil der Behandlung.

Vor der OP steht meist noch ein Herzecho an, um zu sehen, ob das Herz gesund ist.

Während der OP entfernt der Arzt das Tumorgewebe aus der Brust. Wie viel dabei insgesamt entnommen werden muss, hängt von der Größe und der Ausbreitung des Tumors ab.
Bei vielen Frauen kann ein Teil der betroffenen Brust erhalten werden. Nur bei 25% der Frauen ist die Abnahme der gesamten Brust notwendig. (Mastektomie = Amputation der Brust) Natürlich ist, wenn das dein Wunsch ist, ein Wiederaufbau meist möglich, oft schon während der Erstoperation.

Nach der OP gilt man als krebsfrei, ein Zauberwort, das unendlich gut tut und für einen Moment viel Last nimmt.

Die Chemotherapie

Die Chemotherapie  soll das Risiko für einen Rückfall senken und wirkt im ganzen Körper. Die Chemotherapie vor der OP lässt den Tumor messbar kleiner werden. Das heißt, man sieht nicht nur, dass die Chemo wirkt, sondern es muss bei der folgenden OP deutlich weniger Gewebe aus der Brust entfernt werden.
Die Chemotherapie wird von den meisten Frauen als eine enorme körperliche und psychische Belastung empfunden. Dennoch rate ich jeder Frau, wenn eine Chemo empfohlen wird, sie unbedingt zu machen. Unumgänglich ist sie, wenn befallene Lymphknoten in den Achseln entdeckt wurden. Dieser Befund gilt noch nicht als Metastase, ist aber ein Zeichen dafür, dass Zellen bereits die Brust verlassen haben und auf dem Weg in den Körper sind. Sie sind nur noch durch eine Chemo zu stoppen, um nicht in einer der Nachsorgeuntersuchungen als Metastasen diagnostiziert werden.

Die Chemomedikamente, die sogenannten Zytostatika, erhält man als Infusion über einen Tropf. Damit die Venen nicht zu sehr belastet werden, wird ein Port operativ eingesetzt, der dann bei allen Chemozyklen, als dauerhafter Zugang zu den Venen, genutzt wird.

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Es werden ungefähr 16 Chemozyklen verordnet. Jede Chemositzung dauert ca 4 Stunden. Der Intervall ist, je nach Medikament, alle 3 Wochen bzw. auch später mit einem anderen Medikament wöchentlich. Das heißt, eine Chemotherapiezeit dauert in etwa 6 Monate. Vor jeder Chemo wird das Blut untersucht, um zu sehen, wie sehr der Körper belastet ist und ob eine weitere Chemogabe medizinisch zu verantworten ist.

Und um die Antwort schon vor der Frage zu geben. Ja, den meisten Frauen geht es in der Zeit körperlich und psychisch schlecht. Nicht durchgehend, aber phasenweise. Die Chemo hat eine unendliche Vielzahl an Nebenwirkungen… und ja, man verliert seine Haare, zumindest wenn man mit der Medikamentenkombi  EC = Epirubicin + Cyclophosphamid – behandelt wird. Man verliert alle Haare – am ganzen Körper – und das meist schon 14 Tage nach der ersten Chemogabe.

Ich höre immer mal wieder, dass Frauen planen, auch in der Zeit der Akuttherapie, weiter zu arbeiten. Ich halte das fast für ausgeschlossen. Auch, wenn man körperlich wenige Nebenwirkungen haben sollte, so ist dennnoch die Psyche  sehr angeschlagen. Immerhin hat man eine lebensbedrohende Krankheit. Das ist keine Grippe.

Nach den Chemozyklen ist erst mal eine Pause von 3-6 Wochen. Der Körper muss sich erholen, bevor es weiter geht.

Die Strahlentherapie

Die Strahlentherapie ist die letzte Säule der Akutbehandlung. Sie soll einem Rückfall (einem Rezidiv) vorbeugen. Bestrahlt wird die Brust und nicht der ganze Körper. Hier werden ca 28 Sitzungen vereinbart. Täglich eine, ausser an den Wochenenden. Die Therapie an sich geht Ruck Zuck. Man braucht zum An- und Ausziehen meist genau so lange, wie die Bestrahlung selbst dauert. Typische Nebenwirkungen sind heftige Müdigkeit und Verbrennungen der Haut.

Geschafft, die Akuttherapie ist abgeschlossen. Es wird noch viel „Nachsorge“ folgen. Vermutlich fühlst du dich körperlich auch alles andere als gesund. Und oft folgt der Akuttherapie ein psychisches Loch. Jetzt erst wird klar, was die Diagnose bedeutet hat und was sich alles verändert hat. Bisher war man durch die körperlichen Auswirkungen und den vielen Terminen abgelenkt.

Aber du bist krebsfrei und hast alles getan, dass dies auch so bleibt.
Das ist ein Meilenstein.

Meist merkt man erst wie stark man ist, wenn man keine andere Wahl hat. Du kannst stolz auf dich sein…

Und siehe da, die Haare wachsen auch wieder.

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